Freude zuerst...oder die Hoffnung stirbt zuletzt ... nie


Da arbeitet man mehrere Wochen an einem Projekt, Ideen werden gesammelt, Rat eingeholt, die ersten Planungen werden gemacht...

Der Alltag läuft mit und so wird jede freie Minute investiert, um den Gedanken in die Tat umzusetzen.

Nebenbei die täglichen Katastrophen bewältigt, nichts ungewöhnliches also.


Und dann, kurz vor der Fertigstellung passiert etwas, dass euch jeglicher Enthusiasmus des ersten Tages quasi im Herzen gefriert.

Kennt ihr das?


Wenn es nicht nach unserem Kopf geht? Dinge passieren einfach... Oder sie stellen sich uns in den Weg. Werden zugelassen. Warum?


Wir kriegen das hin!“ habe ich vor kurzem gelesen. Ein geflügeltes Wort. Manchmal habe ich das Gefühl, hingekriegt zu werden! Jeglicher Mut ist verloren und dann fehlt jemand an deiner Seite, oder ist gerade nicht da, um dich aufzubauen. Wut mag sich nach der Hilflosigkeit einschleichen - und Enttäuschung.

Wir kriegen das hin? Wer ist wir?


Da war zum Beispiel die Sache mit der Kürbiscremesuppe...

Ich habe schon oft Kürbiscremesuppe gemacht. Wir lieben sie. Zumindest der Großteil in unserer Familie.

Wie immer habe ich mich um das Essen gekümmert. Routine eben. Fast fertig unterläuft mir ein Fehler, von dem ich nicht weiß, wie das geschehen konnte. Wer jetzt denkt, ich hätte die Suppe versalzen, irrt.


Was ist das für ein Gefühl wenn sich 1, 5 Liter orangegelbe cremige Suppe im Umkreis von zwei Metern in der ganzen Küche verteilen? Boden, Fliesen, Wand und Decke miteingeschlossen.

Aus Erfahrung kann ich euch sagen: Kein Gutes! Früher hätte ich geflucht, geschimpft, „gekocht“ - im wahrsten Sinne des Wortes.

Zu meinem Erstaunen blieb mir jedes Wort im Hals stecken, für dieses Chaos gab es keine Worte.



Zeitlich wurde es eng. Ich war allein in der Küche. Niemand außer mir und überall Suppenkleckse!

Missmutig machte ich mich daran, die Schweinerei zu beseitigen.

Wie elend habe ich mich gefühlt und selbst bemitleidet. Wie konnte das nur passieren? Was habe ich falsch gemacht? Ein Löffel, den ich auf dem Deckel des Mixers abgelegt hatte, während dieser weiterhin noch ganz langsam den Inhalt verrührte, hatte sich unter der geringen Bewegung verselbständigt und war direkt in die Öffnung, die ungefähr vier Zentimeter groß ist, gerutscht. Ein Löffel rutscht durch vier Zentimeter. Fast könnte ich gerade lachen, wenn es damals für mich nicht so furchtbar gewesen wäre...

Ich kniete am Boden nachdem ich die Wände bereits gereinigt hatte. Hoffentlich kam niemand herein, sonst würde er in die Suppenpfützen treten oder mir Fragen stellen – unübersehbar war das Ganze ja nicht!

So sehr wie ich mir wünschte, dass niemand herein kam, wuchs aber auch der Wunsch nach Hilfe, nach Unterstützung, irgendjemand, der mir Mut machte und ein „Ist ja nicht so schlimm, ich helfe dir!“ auf den Lippen hatte. Der sich zu mir in die Schweinerei setzte.

Übrigens war das Ganze so laut, es konnte gar nicht sein, dass es keiner mitbekommen hatte...

Und dann ging auch schon eine Zimmertür auf. Mit vorsichtigen Schritte bahnte sich ein „jemand“ den Weg, nahm sich ein Glas aus dem Schrank, um zu Trinken und anschliessend gleich wieder zu Verschwinden.

Ich dürfte kein hinreißender Anblick gewesen sein, denn das einzige, was ich zu Hören bekam, war: „Kann man ja wegmachen.“

Es kochte nicht nur der letzte verzweifelte Rest der Suppe im Mixer, sondern auch ich. Innerlich.


Noch gar nicht so lange her, dass ich darum bat, zu verstehen, was da damals am Kreuz passierte...

Allein gelassen, keiner da, verspottet und – fast hätte ich „entmutigt“ geschrieben... Entmutigt?

Nein. Selbst in dieser Situation war er getröstet und unverzagt. Doch wo waren sie, die Freunde, die Begleiter, die Menge, die sich so oft um ihn scharte?!

Mein Ärger verflog und dankbar für diese Ahnung wischte ich die letzten Spuren auf. Das wars.

Immer noch an mir klebte die Kürbissuppe. Überall. Nicht nur die Küche auch mich hatte es erwischt.




Was klebte an Jesus? „...er wurde um unseretwillen zur Sünde gemacht.“

Der, der von keiner Sünde wusste, kümmerte sich um die ekligste klebrige Angelegenheit in dieser Welt.

Er ist da, egal wo du bist. Ist diese Gewissheit schon fest in unsere Herzen eingegraben?

Gehört sie zu uns und ist ein fester Teil unseres Seins geworden?

Ich wünsche dir kein Küchendesaster, nur den tiefen Frieden unseres Heilands.

Egal wo du bist, es ist nicht wichtig, wo du dich gerade befindest, sondern wer bei dir ist.

Wen trägst du im Herzen?

Wer macht dir Mut?



Später dann am Tag sah ich das hier...

Manchmal, wenn gerade noch Zeit ist, lese ich die Angebote im Supermarkt. Nicht die Werbung, sondern die kleinen Anzeigen, die dort von Menschen aufgehängt werden. Ich suche – ich biete...

Diese Zettel erzählen Geschichten.

Oder die Geschichten finden mich. Zum Beispiel auf einem Friedhof. Jahreszahlen, Geburtsdaten und Sterbetage verschmelzen zu Geschichten.

Ich liebe Friedhöfe. Kein Scherz.

Aber zurück zum Supermarkt...

 


In krakeligen Buchstaben suchte hier ein kleiner Mensch den verlorenen Kater. Schwarz, rotes Halsband...Karlo stand auf dem Blatt.

Oh, wie süß, dachte ich mir und schon stellte ich mir vor, wie traurig dieses Kind sein musste.

Vielleicht aber auch angespornt, vom Eifer, das Tier wiederzufinden.


Ich wollte gerade gehen, da fiel mein Blick auf den Zettel, der gleich daneben hing.

Katze zugelaufen – rotes Halsband...“! Wie schön!

Da hingen Mutlosigkeit und Zuversicht, Hoffnung und Trauer gleich nebeneinander!


Wie nah ist uns doch unser Heiland, den der Vater gehen ließ, um uns Mut zu machen.

Danke für die Kürbiscremesuppe.

Danke für den Einblick ins Vaterherz!



Was jetzt aus dem eingangs erwähnten Projekt geworden ist? Nach der Begebenheit mit der Kürbissuppe sollte man meinen, ich hätte dazu gelernt. Dachte ich auch.

Am liebsten hätte ich den Drucker angeschrien, keiner der PCs und Notebooks tat, was ich wollte. Nichts klappte.

Mein Mut verließ mich genauso konstant, wie ich anfangs begeistert von dieser Idee war...

Das war ja klar! Typisch! Immer wenn es drauf ankommt, passiert sowas...“ Stop!



Ich brauche ein Wunder - bitte!

Mit großen Augen blickte mich der Familienhund an. Mit Leine und Hund ging es raus – raus in die Sonne,

noch einmal hatten sich ein paar Sonnenstrahlen durch den Dezemberhimmel gewagt. 

 

Wir kriegen das hin!“ Tatsächlich?

Weil wir nicht alleine sind!

 


"Wohl denen, die ohne Tadel leben, die im Gesetz des HERRN wandeln!Wohl denen, die seine Zeugnisse halten, die ihn von ganzem Herzen suchen! Denn welche auf seinen Wegen wandeln, die tun kein Übel. Du hast geboten, fleißig zu halten deine Befehle. Oh dass mein Leben deine Rechte mit ganzem Ernst hielte! Wenn ich schaue allein auf deine Gebote, so werde ich nicht zu Schanden. Ich danke dir von Herzen, dass du mich lehrst die Rechte deiner Gerechtigkeit. Deine Rechte will ich halten; verlass mich nimmermehr.
Wie wird ein Jüngling seinen Weg unsträflich gehen? Wenn er sich hält nach deinen Worten. Ich suche dich von ganzem Herzen; lass mich nicht abirren von deinen Geboten. Ich behalte dein Wort in meinem Herzen, auf dass ich nicht wieder dich sündige. Gelobt seist du, HERR! Lehre mich deine Rechte!Ich will mit meinen Lippen erzählen alle Rechte deines Mundes.Ich freue mich des Weges deiner Zeugnisse wie über allerlei Reichtum. Ich rede von dem, was du befohlen hast, und schaue auf deine Wege."

Psalm 119

 

Habt einen wunderbaren Rüsttag und einen gesegneten Sabbat, wo auch immer ihr gerade seid!

 

ER kriegt das hin!

 


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