WENN DER HIMMEL BRENNT ... UND WEN DIE SEELE LIEBT...

 

 

Ein neues Projekt sorgte dafür, dass ich über ein Zitat von Ellen White aus dem Buch "Christus kommt bald" gestolpert bin:

 

"Alle elterliche Liebe, die von Geschlecht zu Geschlecht durch Menschenherzen geflossen ist, alle Brunnen der Zärtlichkeit, die in einem Menschen aufgebrochen sind, sind im Vergleich mit der unendlichen und unerschöpflichen Liebe Gottes nichts anderes als ein kleines Rinnsal gegenüber dem unermesslichen Ozean.  Die Zunge vermag diese Liebe nicht auszudrücken, die Feder sie nicht zu beschreiben. Wir könnten alle Tage unseres Lebens darüber nachdenken, fleißig in der Schrift suchen, um sie zu begreifen; wir könnten alle von Gott verliehenen Fähigkeiten und Kräfte aufbieten und uns bemühen, die Liebe und Barmherzigkeit des himmlischen Vaters zu erfassen; dennoch bliebe unendlich viel unverstanden. Wir könnten über diese Liebe eine ganzes Menschenalter nachdenken und würden doch niemals die Länge und Breite, die Tiefe und Höhe der Liebe Gottes völlig verstehen, der seinen Sohn dahin gab, damit er für die Welt sein Leben ließ. Selbst die Ewigkeit kann sie nie ganz erschließen."

Testimonies for the Church V, 740 (1899) (CKB 214.4)

 

Und auch das folgende Zitat durfte ich mit einer Freundin austauschen:

 

"Zu lieben wie Christus liebte, bedeutet, zu allen Zeiten und an allen Orten durch gütige Worte und freundliche Blicke Selbstlosigkeit zu zeigen.

Es kostet nichts, sich so zu verhalten, doch hinterlässt man dabei einen Wohlgeruch, der die Menschen umgibt, mit denen wir zu tun haben.

Die Auswirkungen eines solchen Verhaltens können nicht wirklich abgeschätzt werden.

Diese Dinge sind nicht nur für den Menschen ein Segen, der sie empfängt, sondern auch für den, der sie gibt, denn sie kommen immer wieder auf ihn zurück. Echte Liebe ist eine kostbare Eigenschaft, die ihren Ursprung im Himmel hat.

Ihr Wohlgeruch nimmt in dem Maße zu, in dem sie an andere weitergegeben wird. Christi Liebe ist tief und aufrichtig.

Wie ein unbändiger Strom fließt sie zu allen, die sie annehmen wollen. In Jesu Liebe ist keine Selbstsucht.

Wenn diese Liebe, die aus dem Himmel kommt, als ein fortwährender Grundsatz in unserem Herzen lebt, dann wird sie sichtbar werden - nicht nur jenen, mit denen wir in allerteuerster und heiligster Verbindung leben, sondern allen Menschen, mit denen wir in Berührung kommen.

Diese Liebe wird uns dazu führen, überall kleine Taten der Aufmerksamkeit zu erweisen, Zugeständnisse zu machen, aus Güte zu helfen und zarte, wahre und ermutigende Worte zusprechen.

Sie wird uns dazu bewegen, den Menschen unsere Zuneigung zu schenken, deren Herzen nach Zuneigung hungern."

The SDA Bible Commentary V, 1140 (BJL 24.1)

 


 

Lange habe ich darüber nachgedacht und versucht, dem nachzuspüren.

Und ich war nicht die einzige, die dem auf der Spur war, wie sich in den Gesprächen der letzten Tage herausstellte.

Was ist Liebe? Was ist Heilung? Was ist Glaube? Was ist das Wort?

Was haben wir übersehen? Warum stehen wir, wo wir gerade stehen?

Das waren die Fragen der letzten Tage.

Doch zurück zum ersten Zitat:

Was ist ein Rinnsal? Doch gerade so viele Wassertropfen, dass sie aneinandergereiht eine Linie ergeben.

Dazu noch unmerklich, minimal in Bewegung - das ist es. Ein Rinnsal eben.

Und wie schaut es mit dem Ozean aus?

Was ist ein Ozean? Wie ist er, der Ozean?

Unendliche Weite. Horizont - wohin man schaut, und Wasser. Wassermassen. Vor dir, hinter dir. Unter dir. Kein Boden. Kein fester Grund.

Und darüber Himmel. Genauso unendlich und weit.

 

Still ausgebreitet wie ein blaues Band oder bewegt, tosend, wellengepeitscht.


"Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz und wie ein Siegel auf deinen Arm. Denn Liebe ist stark wie der Tod, und ihr Eifer ist fest ...

Ihre Glut ist feurig und eine Flamme des HERRN, dass auch viele Wasser nicht mögen die Liebe auslöschen noch die Ströme sie ertränken."

Hohelied 8, 6+7

 

Wie sehr liebe ich diesen Text. Mir ist mein Heiland nahe gekommen. Gottes Liebe hat einen Namen.

 

Wie groß war damals meine Erschütterung als ich erkannte, dass ich zwar im Glauben an Gott erzogen und aufgewachsen bin,

aber die tatsächliche Liebe zu meinem Heiland und Erlöser nicht gefunden hatte. Es schien ihn irgendwann nicht mehr zu geben.

Betend bat ich um ein Wunder. Eines, das mich im Herzen erreicht und nachhaltig bis auf die Grundfesten meines Seins prägte.

Den Bund mit meinem Heiland nach 20 Jahren meiner ersten Taufe zu erneuern war nicht nur mein innigster Wunsch sondern auch mein tiefstes Bedürfnis, welches ich mit Freunden teilen durfte.

Kein Lippenbekenntnis, keine Verstandesliebe - feurige Glut hat mir mein Heiland versprochen.

Und da war sie plötzlich, die Ahnung davon, wie es sich anfühlt...

Die Liebe des Vaters ausgegossen in unsere Herzen.

 

Eine Liebe, die nicht nur teilt, sondern ALLES hingibt. SICH völlig hingibt.

 

Wir werden oft zum Teilen angehalten. Pausenbrot und Regenschirm, Socken, Autos und Erlebtes.

Aber hingeben? Wenn ich meine Brotzeit hingebe, was bleibt mir dann noch? Allenfalls ein leerer Magen. Und er wird leer bleiben.

Der Regenschirm? Durchnässt bis auf die Haut. Wir könnten jedes Beispiel betrachten und kämen doch nur zu einem Ergebnis:

Es ist spürbar und schmerzhaft, etwas hinzugeben. Tisch und Bett zu teilen.

Zugegeben, mir fällt es schwer, das wärmende Bett zu verlassen, noch einmal aufzustehen,

um das Licht auszuschalten oder das Fenster zu schließen...

Wo ist sie, die Hingabe? Die kalten Füße, das Überwinden der eigenen Müdigkeit und der Bequemlichkeit, um dem anderen zu zeigen:

So sehr liebe ich dich.

Ehrlich und unter uns gesagt: Kann es sein, dass es deshalb so schwer fällt, weil wir Hingabe bisher nicht verstanden haben?

Jedes "ich liebe dich", "ich liebe dich unendlich" oder "ich liebe dich bis zum Mond und wieder zurück" erscheint klitzeklein gegenüber der Liebe des Vaters, der sein Innigstes, Kostbarstes, seinen Liebling hin-gibt, dahin-gibt, weg-gibt, sich selbst auf-gibt, um die Kinder seiner Liebe zu gewinnen.

Sie auf seine Liebe aufmerksam zu machen.

Hat Gott Lieblingskinder? Eigentlich nicht. Jedes Mal, wenn mir bewusst wird, dass ein Lieblingskind Gottes,

mich ruft, mir nahe kommt, weiss ich sicher, dass es mich meint, weil ER mich meint.

Jedes Mal wenn diese Vaterliebe geteilt wird, kommt etwas Kostbares hinzu.

Ein Lieblingskind.

 

Warum hat mich das Zitat vom Rinnsal und dem Ozean so getroffen?

 

Als Kind habe ich Muscheln und Schnecken ans Ohr gehalten, seit man mir erzählte, dass man in ihnen das Meer rauschen hört.

Ich bin am Meer aufgewachsen und liebe das Wasser. Die Vorstellung vom Meeresrauschen, der Brandung, dem Ozean fasziniert mich.

Sobald meine Nase Meeresluft umweht, müssen meine Füße ins Wasser. Das passiert ganz automatisch.

 

 

"Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr, dein Erbarmer."

Jesaja 54, 10

So viele Menschen sehnen sich nach dieser Liebe. Leiden unter Trennung.

Egal wie groß die Wasser sind, die sich zwischen uns schieben, nichts trennt uns, denn kein räumlicher Abstand kann uns vom Heiland trennen.

Was hält uns zurück?

Ist es die Angst den Boden unter den Füßen zu verlieren? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

 

Wer den Ursprung der Liebe kennt, einer Liebe, die diese Welt nicht hat; wer von dieser Liebe ergriffen wurde, ist tatsächlich wiedergeboren. 

Von ihm fliessen Ströme lebendigen Wassers. Ströme, die Herzen erreichen, verbinden - heilen, und sich einander zuwenden! 

Es heißt, dass wir durch den Glauben geheilt werden. Die ganze Bibel ist voll von Zeugnissen, die davon sprechen, dass Glaube die Lösung aller Wunden und Gebrechen ist. "Dein Glaube hat dir geholfen!"

Der Glaube kommt aus dem Wort. Wenn wir die Gesundung noch nicht erfahren haben, kann es daran liegen, dass wir den Autor des ewigen Bilderbuches, der heiligen Schrift noch nicht in seiner ganzen Fülle erfahren haben?! Kann es sein, dass uns auch der Anfänger und Vollender, der lebendige eingeborene Sohn Gottes, der uns den Himmel vor Augen bringt, nicht erschienen ist?

 

"Euch ist heute der Heiland erschienen!" waren die Worte der Engel zu den Hirten. Wann ist dir der Heiland geboren? Bist du durch ihn, mit ihm neu geboren?

Vielleicht magst du sagen, dass dich diese Texte nicht erreichen. Dir nichts sagen. Dich nicht berühren. Auch mir wurde das vor kurzem gesagt.

Aber spiegelt nicht gerade das unser Dilemma wieder?

Welche Liebe teile ich aus? Tage, Wochen, Monate, Jahre, Jahrzehnte lang?

Was gebe ich weiter, wenn ich die innige Liebe niemals geschmeckt habe? Wieviel menschliches Versagen steckt doch in diesen Gedanken, wie viel Traurigkeit, Leid und Sehnsucht?

Und so musste ich in der letzten Woche erkennen, welche große Schuld ich eigentlich auf mich geladen habe, weil ich Menschen der Liebe beraubt habe.

 

Wo mich Worte und Gedanken eines Menschen mit dieser Liebe erreichen, kann ich sicher sein, dass er vom Strom getrunken hat,

der vom Thron des Vaters fliesst. Wie unendlich dankbar darf ich mich schätzen, solche Menschen bei mir zu haben. Ein Vorrecht!

 

"Schmeckt und seht, wie freundlich der Herr ist!"

 

Liebe in andere auszugiessen, Leben und Segen in ihren Alltag hineinzusprechen, das ist die Schöpferkraft, die Gottes Liebe hat.

Daran wird man seine Kinder erkennen, dass sie Liebe - und nur diese, seine Liebe, untereinander haben, spricht der Herr.

 

Die Worte solcher Menschen sind eine stetige Einladung. Ihre Anwesenheit ein Wohlgeruch für die Welt.

Diese Liebe ist anziehend, nicht weil sie lohnenswert ist, sondern weil sie aus dem Innersten des Vaters fliesst, der Liebe ist.

Nur hier gibt es Leben und Fülle.

 

 

Woher ich das weiß? Ich ahne es.

Lang getrennte Freunde finden wieder zueinander. Das ist kein Zufall. Das ist Versöhnungstag. 

..."ver-sohnt" sein. Das ist Versammlung. Das ist Hoch-Zeit.

Nichts kann uns trennen. Zeit spielt keine Rolle mehr, sobald der Heiland in uns ist. 

Auch die Jünger auf dem tobenden Wasser haben das erlebt. Denn sobald der Heiland an ihnen "vorüber" ging, waren sie am Ziel,

heisst es in allen Evangelien.

Ging er an ihnen vorüber? Oder blieb er bei ihnen? Entscheide selbst.

 

Diese Liebe verspricht uns Leben. 

Wir erinnern uns: "...noch die Ströme dich ertränken..."

"Denn ich weiß, was für Gedanken ich über dich habe, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils..."

Jeremia 29, 11

Glaube ich das? Vertraue ich darauf?

Auch wenn der Alltag eine andere Sprache spricht? Wer hat das letzte Wort? Wann ist die letzte Schlacht gekämpft?

Der Krieg verloren?

Kapitulation.

 


 

Im Frühjahr stand ich vor so einer Entscheidung. Kämpfen oder kapitulieren. Der Schmerz war groß.

Mich gegen den Willen eines anderen zu entscheiden oder dem Herzen zu folgen. Nicht das der Herzenswunsch falsch gewesen wäre, absolut nicht.

Nur die Umstände waren es.

Es gab einige Ratgeber in dieser Situation. Schlachtmaterial war vorhanden. Wer zieht aus, um zu kämpfen? Welche Waffen, welche Rüstung wählen wir?

Und bis vor kurzem wusste ich nicht, ob meine Entscheidung des Frühjahrs die richtige war.

Zu tief war der Schmerz. Zu groß die Enttäuschung. Beraubt und bloß. Verletzt.

Immer wieder habe ich mich gefragt, ob das eine Situation war, wo es galt "Gott mehr zu gehorchen als Menschen".

Hatte ich versagt? Hätte ich mich stark machen sollen? 

Dass seine Kraft in den Schwachen mächtig ist, habe ich diese Tage erfahren.

Ich bin so unendlich dankbar für diesen bitteren Kelch. So sehr tut es also weh zu lieben. In jeder Hinsicht.

Dankbar für die Gewissheit, mich richtig entschieden zu haben und doch mein Kreuz zu tragen. Nicht mein Wille, sondern SEIN Wille geschehe.

Eine liebe Freundin, deren winzige Bemerkung ich noch einmal hinterfragen musste, um klar zu machen, ob sie mich tatsächlich verstanden hatte, brachte die Wende.

 


"Du hast dich richtig entschieden."  Wie?

Ich hatte mich selbst aufgegeben, wider alle Vernunft...

Ich hatte damals nicht auf meine Berater gehört, war innerlich gestorben und doch treu geblieben.

"Lies in einem der letzten Kapitel im Buch 'Die Frage des Lebens'. " riet sie mir.

Die Geschichte mit Sarah und Abraham...leider kam ich an diesem Tag nicht mehr dazu.

Was jedoch blieb, war eine Ahnung und ein dankbares Herz.

Hatte mich mein himmlischer Vater davor bewahrt, einen schweren Fehler zu machen - eine Fehlentscheidung zu treffen? War Unterordnung mehr als nur die Frage nach Kopftuch und Schweigen in der Gemeinde? Bedeutete Unterordnung unendlich viel zu (er)tragen und Schmerzen zu empfinden? War das ein Vorgeschmack der Liebe meines Vaters und der Liebe seines Sohnes? Glauben und Hoffen, dass alles gut wird.

Vater du bist überall. Wie der Ozean, von dem ich schon gelesen hatte. Du lässt mich nicht im Stich.

Mein Kopf hatte es begriffen. Mein Herz ahnte es endlich.

 


 

Am nächsten Morgen lief ich wie immer eine Runde mit dem Hund.

Immer noch beseelt von dem Gedanken, dass da etwas ist, was Menschen miteinander verbindet und dass ich bewahrt wurde,

einen großen Fehler zu machen, dessen Konsequenzen ich nicht abschätzen konnte, sprach ich zu meinem Vater.

"...sag mir, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Tu etwas. Gib mir die Gewissheit, dass alles gut ist, dass alles gut wird..."

Für einen Sonnenaufgang war ich viel zu früh unterwegs, fast bedauerte ich es. Außerdem war der Himmel bewölkt. 

Der Wald ist bei uns an genau einer Stelle unterbrochen. Hier lässt sich meistens der Sonnenaufgang von seiner schönsten Seite wahrnehmen.

Aber dazu war es leider zu früh.

War ja eigentlich auch egal, denn in mir ging gerade die Sonne auf. Tiefer Friede erfüllte mein Herz und machte meine Gedanken weit.

Worte gibt es dafür nicht.

Und dann brannte der Himmel...Gottes Liebe ist eine Glut, die leidenschaftlicher nicht sein könnte...

 

Wahnsinn - der Himmel brennt für mich.

So gestärkt sollte es mir leicht fallen, in den Tag zu starten.

Ich drehte mich um und suchte den Feldweg nach dem Hund ab, der in der Dämmerung gar nicht so leicht auszumachen war.

Vor mir begann sich ein kleines Stück Himmel erst orange und dann in den Farben des Regenbogens zu färben.

Es war noch nicht ausreichend Licht vorhanden, um einen Regenbogen zu erzeugen.

Und vor allem: Es regnete nicht!

 

"Das geht gar nicht. Es gibt keinen Regenbogen ohne Regen!"

Ich versuchte zu verstehen, was sich hier gerade abspielte. Gegen alle Vernunft erschien nun auch noch ein zweiter Regenbogen...

"Gut, okay, verstanden. DU kannst das! Sogar zwei Regenbögen OHNE Regen!"

Kein Regen und doch ist sein Bogen in den Wolken. Gleich zweimal.

Ich holte mein Handy und begann zu fotografieren, glauben würde man mir weder den brennenden Himmel noch den doppelten Regenbogen...

 

Ganz sachte fielen die Regentropfen auf das Display meines Handys.

Auf genau einem Meter, dem Meter des Weges auf dem ich stand, regnete es.

Überwältigt vor Freude mischten sich meine Tränen mit den Regentropfen...

 

"Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten.!"

Hier war er, der Regen, der die Saat hervorbringen wird!

Fünf Minuten nur für mich.

Wir begannen den Sabbat mit einem Spaziergang und ich erzählte von dem Erlebnis des heutigen Tages. Eines jedoch fehlte noch.

"Lies das Kapitel mit Sarah und Abraham..." fiel mir wieder ein.

Ich suchte das entsprechende Kapitel und beim Lesen wurde ich ganz still.

Alles machte soviel Sinn. Und hier schrieb jemand, der sich der fatalen Folgen von Sarah,

der wunderschönen "Fürstin" und ihrem Gefährten Abraham im Klaren war.

Wieder einmal brachte jemand meine Gedanken lange Zeit vor mir auf Papier und fand Worte für das, was mich bewegte.

Quelle und Kanal, Vater und Sohn, Gnade und Treue. Segen.


 

Im inspirierten Wort heisst es, dass der Mann seine Frau lieben soll, sie aber führt ihn zur Vollkommenheit. Ich fand das schon früher unfair.

Gern hätte ich die Rollen getauscht. Ich hätte meinen Mann lieber geliebt als ihn zur Vollkommenheit zu führen.

Das erschien mir zu groß. Zu schwer. Oft haben wir über diese Aussage gesprochen.

Vollkommenheit und Liebe.

 

Heute bin ich davon überzeugt, dass wir Menschen, so wie auch Sarah und Abraham nicht gelogen haben, weil wir vorsätzlich lügen wollten.

Oder weil unser Herz wie das des Pharaos in Ägypten schon verhärtet ist. Nein. Sie wollten nicht verletzen. Nicht ihr Liebstes und nicht sich selbst.

Sie wollten den Erwartungen gerecht werden. Den selbst gestellten und denen der anderen. Eigentlich auch eine Form von Rebellion.

Nur nicht so offensichtlich. Zumindest nicht im ersten Moment. Fatale Folgen aber für die Zukunft.

 

"Wahre Liebe treibt die Furcht aus." 1. Johannes 4, 18

und

"Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit!" 2. Korinther 3, 17

Abraham hatte Angst um sein Leben. Wer war sein Leben? Die Liebe seines Lebens? Und er hatte Angst um sich selbst.

Egoistisch?

Sarah wurde in die Unfreiheit des Pharaos geführt. Wem gehört unser Vertrauen?

Wer spricht das letzte Wort?

 

 

Erst am Sabbat Nachmittag fanden wir die Zeit, um intensiv über diese Gedanken und Texte zu reden.

Wir hatten es uns so schwer gemacht und wussten, dass wir einander die Treue halten, der Schmerz war groß.

Wir waren zu Räubern und Dieben geworden. Hatten den anderen des Segens beraubt.

Hatten nicht geahnt, dass Worte so viel Kraft besitzen. Zum Segen und zum Fluch.

Nachts konnten wir nicht schlafen. Dankgebete. Tränen. Noch einmal schauten wir die Bilder an.

Dann fiel uns der Baum noch einmal auf...

 

 

Als Mose aufgefordert wurde, die Schuhe auszuziehen, wurde er gewahr, dass der Boden auf dem er stand heiliger Boden war.

Barfuss auf dem Weg.

Unser Vater hat versprochen, dass unsere Füße sich nicht an dem Stein stoßen werden. Vielmehr wird uns der Stein zum Segen.

Als Eckstein. Als Zuflucht. Als Grundfeste.

Standest du auch schon vor der Entscheidung, deinen Weg allein zu gehen?

Hat dein Herz bei diesem Gedanken geblutet? Tiefer Schmerz deine Seele erfüllt?

 

Du stehst auf heiligem Boden. Bleib bei dem, den deine Seele liebt. 

Die Dinge, die auf ewig bestehen, sind uns zum Segen gegeben, nicht einmal sein Sohn stellte das in Frage.

 

"Bei dir, alle Tage der Welt!" Matthäus 28, 20

 

 

Vor uns liegt kein leichter Weg, aber heiliger Boden, der Frucht bringen wird.

 

Du bist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Freundin (Donnerstag, 24 Dezember 2015 20:41)

    Jeder weltliche Mensch würde eine Regenwolke über sich als ein schlechtes Zeichen deuten, den Regenbogen wahrscheinlich nicht einmal wahr nehmen. Aber DER hat dir die Augen geöffnet, der bald das Perlentor vor dir aufstößt und spricht "Tritt ein, du Gesegnete meines Vaters". Er leitet die Gebeugten in Gerechtigkeit und lehrt sie seinen Weg (Ps 25,9) Er hat dich auf seinem Weg geleitet, als du nicht einmal wusstest, ob es sein Weg ist. Vertraue seiner Stimme- du hörst sie! (Du hast es bewiesen) Geh zuversichtlich voran und suche die süße Zuflucht im Schatten seiner Flügel <3

  • #2

    Heidi (Dienstag, 29 Dezember 2015 09:20)

    Wunderbare Worte von jemandem, der vom Strom getrunken hat... Hand in Hand werden wir dort vor IHM stehen! Preis unserem Vater!

  • #3

    Freundin (Samstag, 16 April 2016 21:28)

    Hand in Hand.... wenn nicht du mich suchst, dann ich dich!