VON GANZEM HERZEN DANKBAR...VOM DANKEN STATT ZU KLAGEN...UND VON KÖNIGSKINDERN...

 

"Die menschliche Sprache reicht nicht aus, um das Erbe der Gerechten zu beschreiben.

Nur die werden dazu in der Lage sein, die sie sehen.

 Kein sterblicher Verstand kann die Herrlichkeit des Paradieses Gottes begreifen."

{CKB 202.1} 

 

 

Viele Eindrücke der letzten Woche gilt es zu verarbeiten. Es war mehr als nur das Übliche.

 

Schnell noch kurzfristig ermöglichte Zahnarzttermine und ein Geburtstag waren die Höhepunkte, die Tiefpunkte behalte ich hier lieber für mich... 

Um all das mit einer Schleife zu verpacken, wie es bei Geschenken meist üblich ist, fehlte mir der "rote Faden".

Wie liess sich all das in einen Kontext bringen und vor allem, und das gerade,

bei den bittersüßen Dingen, wie liess es sich verstehen.

 

Still bin ich geworden. Weil Worte fehlten. Weil Worte auch falsch sein können, weil es keine Erklärung gibt. Noch nicht.

 

Froh war ich um diejenigen, die Worte hatten, die noch einen "Fuß in der Tür haben", wenn ich schon lange draußen bin.

 

Am Freitag fiel mir auf, dass die Farbe unserer Autos unter einer Schmutz-Salz-Kruste nicht mehr zu erkennen war.

Wie dringend hätten die Fahrzeuge eine Autowäsche gebraucht. Keine Zeit.

Sowas stört mich.

Ja, manchmal stört mich das... ; )

Am Samstag dann Spaziergang bei Vogelzwitschern und grünen Wiesen.

Sabbatgrüße und Fotos wurden per Handy hin- und hergeschickt. Die Sonne hat uns froh gemacht und die frische Luft genossen,

freuten wir uns, und überlegten, ob das wohl schon unser Winter 2015/2016 gewesen war.

 

In Gedanken hatte ich mich schon ein paar Tage zuvor dabei ertappt, die Flipflops rauszukramen... Sonnenschein! 

 

Über Nacht wurden wir eines Besseren belehrt.

Der Morgen begrüßte uns mit 20 Zentimern Neuschnee...

 

Macht nichts.

Holz geholt, Kamin angemacht und angestrengt darüber nachgedacht, ob sich Schneeräumen lohnt oder eher nicht.

Und wenn ja: Schneeschieber, Besen oder doch gleich lieber Schneefräse?

Ein ziemlich motivierter Mensch im Haushalt machte sich dann auf, um Schnee zu schieben,

das Knarzen der Nachbarn auf der Straße liess sich nicht mehr verdrängen.

Ein zwei Meter breiter Streifen wurde in der Einfahrt frei geschoben - das musste reichen. Außerdem taute es ja schon wieder.

Es war nur eine Frage der Zeit, wann dem Schneemann, den unser Nachbarsenkelkind gebaut hatte,

die Karottennase aus dem Gesicht fiel. Das konnten wir abwarten.

Der einsetzende Regen half uns dabei.

 

Der Schnee ist weg, was geblieben ist, war das komische Gefühl der letzten Woche...

 

Als die Arbeitswoche begann, kündeten nur noch ein dunkler wolkenverhangener Himmel und vom Wind zerzauste Haare vom Sturm der letzten Stunden.

 

Ein Gutes hatte das Ganze! Die Autos standen blitzblank gewaschen und trockengepustet in der Einfahrt.

Autowäsche gespart!

 

Am Morgen zählte ich die übrigen Sturmwolken am Himmel, wissend, das heute garantiert die Sonne scheinen würde. 

 

 

Auf Regen und Wolken folgt Sonnenschein.

 

Manchmal sagt sich das so leicht. Die Realität spricht eine andere Sprache. Und so nahm ich mir vor, auch die letzten Schatten wegzuschicken.

 

"Lasst uns danken statt zu klagen, loben wenn uns sinkt der Mut und wir werden es erfahren, dass Gott lauter Wunder tut.",

heißt es in einem Kinderlied.

 

Daran wurde ich erinnert.

Also begann ich zu danken:

Für die dunklen Wolken, für den Sturm der letzten Tage, innerlich und hier draußen,

für den Regen, für die sauberen Autos,

für denjenigen, der mir nicht nur letzte Woche die Briefe, die zur Post gebracht werden mussten ins Auto legte,

sondern auch das Navi für den Weg zur neuen Zahnarztpraxis und die Sonnenbrille,

die ich grundsätzlich nicht dabei habe, wenn ich sie brauche.

 

Dafür, dass unsere kleine Große ein Jahr älter geworden ist, dass unsere Großen, schon so groß sind.

Und dafür, dass unsere Kinder gesund sind. Dass wir heute früh aufwachen durften.

Es wurde immer mehr.

Kennt ihr das?

Dafür, dass wir zu Essen haben.

Als Kind kann ich mich nicht daran erinnern, jemals einen leeren Kühlschrank zu Hause vorgefunden zu haben...

Mama, Papa - wie habt ihr das gemacht?

 

 

Niemals musste ich mir Sorgen machen. Was ich brauchte, habt ihr mir gegeben.

Was ich mir wünschte, nach mehrmals Darüber-Schlafen, geschenkt.

So selbstverständlich war das alles.

 

Heute weiss ich, dass es gilt, so viele Dinge zu bedenken, bevor ein Kinderwunsch - auch Herzenswünsche

erfüllt werden können.

Verantwortungsvoll mit dem umzugehen, was ich zur Verfügung habe und Trost zu spenden, weil ich gerade nicht erfüllen kann,

selbst wenn ich wollte, weil meine eigenen Hände leer sind...

 

Es tut mir leid, dass ich so sorglos und unbedacht war.

Wie oft habe ich meine Eltern vielleicht damals in Verlegenheit gebracht.

Sie haben darüber kein Wort verloren, sollte es sie jemals verletzt haben.

 

Und auch heute weiß ich ganz sicher, wenn es "brennt" - sie sind da.

 

Und wenn sich genau das ändert?

Darauf habe ich keine Antwort.

 

* ° *

 

Wer sorgt sich um dich, wenn sich niemand sorgt?

Kann es sein, dass wir manchmal blind geworden sind für die Blicke derer,

denen wir etwas bedeuten? Oder haben wir aufgegeben, uns zu sorgen.

 

Ein Christ hat keinen Grund zur Sorge. Ich weiß.

"Sorgt euch nicht." Weder um Essen und Trinken, noch um Kleidung oder den nächsten Tag.

Noch nicht einmal um die Worte, die wir nicht haben, sollen wir uns sorgen.

 

 

Ich meine das andere Sorgen, das Kümmern. Das Füreinander-da-Sein.

Schon wieder ein Punkt für den ich danken kann.

Weder Raum noch Zeit haben einen Einfluss auf die Freundschaften, die ich habe.

Es scheint sogar zu gelten, je weiter weg, desto näher dran... Früher war das nicht so.

Zeit spielt keine Rolle. Jeder Zeit stehen Türen für mich offen.

Auch meine eigene? Ich hoffe - ja.

 

Kurz vor dem Schlafengehen habe ich meine "Danke-Liste" noch einmal erweitert,

eine unkonventionell liebevolle Videobotschaft hatte mich noch erreicht und eine Mail, die mit wenigen Sätzen,

den Trost vermittelte, den man in manchen Situationen braucht, es aber gar nicht weiss.

Ich hatte allen Grund zum Danken, sogar Singen konnte ich. 

 

 

Danke Vater, das war ein guter Tag. Bittersüß, aber gut.

Wenn ich jetzt noch etwas von dir Lernen könnte...

Hast du etwas für mich? Etwas, was mich mitnimmt?

Davon abgesehen, hatten das die letzten Tage eigentlich schon erledigt.

Mich mitgenommen. In ihrem Tempo.

 

Und dann sprach nicht mehr ich, nicht mehr meine Gedanken...

 

...so sehr habe ich dich lieb, dass ich deine wunderbaren Hände vor dem Durchbohren bewahrt habe;

und meine an deiner statt um sie gelegt habe, damit dich die Nägel niemals treffen…

den Kelch habe ich für dich getrunken, damit du keinen Schaden nimmst…“

 

Kann man diese Hände fühlen? Für diesen Moment konnte ich es!

Ich habe gespürt, wie sich seine Hände anfühlen…und bitterlich geweint…

 

Mir geht es so gut. So sehr gut.

Ich bat um Innigkeit und Herzensoffenbarung.

Diese Gedanken waren nicht meine Gedanken. 

  

 

Dieser Text ist interessant. Grammatikalisch macht der zweite Satz auf den ersten Blick keinen Sinn.

Welche „sie“?

Die "Gerechten" steht im Plural, das einzige feminine Nomen in diesem Satz ist "Sprache",

es muss sich um die Sprache handeln, die hier mit „sie“ beschrieben wird.

 

Kann man Sprache„sehen“. „Dein Wort ist meines Fusses Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ Psalm 119, 105

Wenn wir Sprache sehen können, laufen wir mit dem Licht des Glaubens. Mit einem sterblichen Verstand ist das nicht möglich, sagt der Text.

Es ist nicht unser Geist, der das möglich macht.

Und ich will euch einen neuen Geist in eure Herzen geben…einen Geist, der euch sprechen lässt: Abba, lieber Vater!“ Galater 4, 6

Die Herrlichkeit des Paradieses geschmeckt zu haben!

Was ist das für eine köstliche Sprache, die nicht die Sprache dieser Welt ist?

Manna - Himmelsbrot.

Das Wort unseres Heilands, die Worte seines und unseres Vaters!

 

So ein großartiger Trost!

Menschen dieser Welt sind entweder sprachlos oder sprechen tatsächlich verschiedene Sprachen…

Sprachverwirrung! Wie nah ist doch Babylon...

 

Was ist diese Sprache, die uns die Herrlichkeit beschreiben lässt?

Wie geht sie? Ist sie erlernbar, trainierbar?

Ich glaube es ist ein Geschenk, dass uns von Innen heraus geschieht.

 

Es gab eine Zeit, da habe ich so sehr darum gebetet, als ich erkannt habe, dass ich genau dieses Geschenk nicht habe.

Ich hatte keine Liebe, keine innige tiefe Liebe zu meinem Heiland, kein Bauchgefühl in mir.

Als Kind wird uns vielleicht das Bauchgefühl wegerzogen. Der Verstand ist wichtig. Gefühle sind sehr trügerisch. Daran ist nichts Falsches.

Dennoch wollte ich es spüren, wovon im Hohelied Salomos die Rede ist.

 

"Lege mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm, denn Liebe ist stark wie der Tod.

Unauslöschlich und eine Flamme des Herrn, dass auch viele Wasser sie nicht auslöschen." Hohelied 8, 6

 

Und vor fast zwei Jahren hat ER damit angefangen, mir diese Sehnsucht zu erfüllen.

Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich den Gedanken:

„… wenn ihm etwas zustossen würde, ihn verletzen würde, dann würde es mich verletzen.

Es würde mich zerstören…er hat es nicht verdient, dass seine Seele jemals Schaden nimmt…lass mich niemals der Anlass seiner Schmerzen sein.

Lass niemals zu, dass seine Worte von mir unbeantwortet bleiben…“

 

Wow, das hat mich durcheinander gebracht.

Worte, die seither niemals gesprochen oder zu Papier gebracht wurden, trage ich nun im Herzen…

 

Solche Gedanken kannte ich zuvor nicht.

„Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.“, der Text aus 1. Mose 32, 27

wurde mein Tauferlebnis und war und ist und bleibt meine Antwort.

 

Herzenswünsche erfüllen.

Ich habe nicht gewusst, dass in Psalm 37, 3-4 tatsächlich steht, dass mir meine Herzenswünsche erfüllt werden.

Ich dachte immer so eine Aussage wäre blanke Vermessenheit und so konnte ich mit diesem Wunsch mir gegenüber mitgeteilt,

nicht richtig umgehen…

Ich habe meinen himmlischen Vater niemals um die Erfüllung meines Herzenswunsches gebeten.

Gehofft ja, aber nicht darum gebeten.

Wer bin ich denn, dass mein Wunsch vom Vater getragen würde…sind meine Herzenswünsche überhaupt richtig,

finden sie Anerkennung beim Vater?

 

Vorletzten Sonntag hatten wir über Nacht lieben unerwarteten Besuch bei uns.

Zur Andacht wurde dieser Psalm vorgelesen.

 

"Hoffe auf den HERRN und tue Gutes; bleibe im Lande und nähre dich redlich.

Habe Deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünschet."

 

Mein Vater liest mir nicht nur jeden Wunsch von den Lippen ab, er liest bereits aus meinem Herzen.

Wie wahnsinnig groß ist die Erkenntnis derer, die anderen die Erfüllung der Herzenssehnsucht wünschen können.

 

Endlich bin ich so sehr in den liebsten Sohn verliebt,

wie großartig muss erst sein Vater sein!

 

* ° *

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