Blitzlichtgewitter

 

Der Stroboskopeffekt beschreibt den verwirrenden Effekt von „Schnappschuss“ - Einblicken durch die Verwendung von flackernden Lichtern oder zum Beispiel vibrierenden Rollläden. Wir haben alle schon einmal die abgehackten und irritierenden Effekte beim Betreten von Stroboskop beleuchteten Bereichen, sei es auf einer Messe, Tanz, Party, Konzert oder während einer Vorführung im Schulunterricht erlebt.

 

Grundsätzlich hören wir auf, die Realität in einem reibungslosen und kontinuierlichen Fluss zu sehen. Stattdessen sehen wir die Wirklichkeit nur in Schnappschüssen durch abwechselnde Blitze von hell und dunkel durchzogen. Wir sehen für einen kleinen Moment, dann werden wir kurz geblendet - hell, dunkel, hell, dunkel, hell, dunkel. Wir geraten aus dem Gleichgewicht, unsicher und verwirrt. Wir nehmen einige Dinge für einen kurzen Augenblick wahr, dann aber verlieren wir die visuellen Eindrücke von Impuls, Fluss und Bewegung. Diese isolierten „Sehschnipsel“ lassen uns mit Empfindungen der Zerrissenheit zurück. Zerrissenheit erzeugt Einsamkeit. Isolierte Wahrnehmungsergebnisse in isoliertem Denken, isolierten Gefühlen und isoliertem Sein.

 

Im geistlichen Bereich gibt es eine ähnliche Dynamik, die die Gläubigen in den fundamentalen Ebenen Glaube, Hoffnung und Zuversicht Gott gegenüber verwirrt. Sie werden auf ihrem spirituellen Weg vorsichtig, denn für jeden EINBLICK DES LICHTS, das sie hinsichtlich Gottes Wesen erhalten, wird dieser schnell unterbrochen, gelöscht, von einem EINBLICK IN DIE DUNKELHEIT. Sie bleiben einsam, abgetrennt, und zucken mit den Schultern gegenüber der Natur Gottes, weil sie Gott einfach nicht dauerhaft als einen Strom des Lichts und der Liebe sehen.

 

Ihr Bild von Gott verändert jeden anderen Gedanken. Gott bringt Gutes, Gott bringt Böses. Gott heilt mich, Gott verletzt mich, fügt mir Schmerzen zu. Gott ist Liebe, Gott ist Zorn. Gott beschützt mich, Gott greift mich an. Das Endergebnis ist ein zwiegespaltener Mensch, der, wie Jakobus 1,8 sagt, nicht in der Lage ist, irgendetwas von Gott anzunehmen.

 

Dieser armselige Mensch wird zu einem geistlichen Blütenblattpflücker, der dann seine Zeit mit Wehklagen vergeudet und voller Fragen über Gott ist: „Er liebt mich, er liebt mich nicht.“ Leicht ersichtlich ist das in den Psalmen, wo der frustrierte David in einem Vers sagt, dass Gott ihn verlassen hat, aber dann im nächsten Vers, dass Gottes Liebe dauerhaft ist und niemals endet. Viele der Psalmen lesen sich so, ganz zu schweigen von vielen anderen alttestamentlichen Passagen, in denen sich Gottes unendliche Liebe rasch mit Gottes unendlichem Zorn abwechseln.

 

Aber statt die geistliche Version dieser Dynamik den STROBOSKOP-EFFEKT zu nennen, möchte ich ihr den Namen Hioboskop geben. Das liegt daran, dass sich diese Art des zweideutigen Denkens größtenteils aus dem Buch Hiob ableitet, WENN es ohne Erleuchtung durch den heiligen Geist gelesen wird. Das Buch Hiob ist ein wunderbares Buch, wenn es auf wunderbare Weise gelesen wird. Beim Lesen mit einem natürlichem Denken jedoch, gefüllt mit zornigen Absichten und wenig Glauben, mutiert das Buch Hiob zu einem monströsen Buch, das das Bild Gottes stark deformiert. Ich möchte einige interpretative Schlüssel zu Hiob teilen, um jegliches, nennen wir es „Strobbeln“ aus unserem Verständnis von Gottes Güte zu entfernen.

 

 

 

SCHLÜSSEL NUMMER EINS: HIOB HATTE KEINE AHNUNG VON GOTTES WAHRER NATUR

 

Das Buch Hiob handelt in seinem Kern nicht von dem, was wir über die Natur Gottes wissen. Eher enthüllt es, was wir NICHT über Gott wissen. Hiob wird oft als ein Gerechter zitiert, dessen Verhalten und Haltung gegenüber Gott für uns nachahmenswert und vorbildlich sein soll. Viele sagen: „Schau, wie edel Hiob ist, wie er sich unter der harten Hand Gottes beweist.“ Andere sagen: „Hiob liebte Gott so sehr, und dass, obwohl Gott sogar seine Söhne tötete, ihn seines Reichtums beraubte, seine Gesundheit niederdrückte und sein  Glück zerschmetterte.  Wenn wir uns nur in diesem Leiden auf die gleiche Weise, wie es Hiob tat, bewährten, dann wären auch wir gerecht.“ FALSCH!!! Wenn ich dir ein Buch mit 42 Kapiteln vorlegen würde, das mein Leben erklärt und mit meinen Gedanken und Ansichten über Gott gefüllt wäre, und dann im letzten Kapitel zugebe, dass ich in den vorherigen 41 Kapiteln wirklich nichts über Gott weiß und mich fast in allem geirrt habe, dann wärst du wütend auf mich. Du würdest sicher nichts von dem, was ich in den ersten 41 Kapiteln gesagt habe ernst nehmen.

 

GENAU DAS hat Hiob getan. In den ersten 40 Kapiteln machten Hiob und seine Freunde 74 falsche Anschuldigungen über die Natur Gottes, die ALLE im Wesentlichen Gott als die zornige Quelle für alle Leiden Hiobs verantwortlich machten. Aber, so gab Hiob selbst am Ende des Buches gänzlich zu, dass er in den vorherigen VIERZIG KAPITELN, im Wesentlichen NICHTS über Gottes Natur wusste. „Hiob aber antwortete dem HERRN und sprach: Siehe, ich bin zu leichtfertig gewesen; was soll ich verantworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen. Ich habe einmal geredet, und will nicht antworten; ein weiteres Mal will ich's nicht mehr tun. Wer ist der, der den Ratschluss verhüllt mit Unverstand? … Darum bekenne ich, DASS ICH unweise geredet habe, was mir zu hoch ist und ich nicht verstehe.“ Hiob 40,3-5; 42,3.

 

Hiob DACHTE, er kannte Gott gut WÄHREND aller Unterredungen in den ersten VIERZIG Kapiteln. Aber am Ende des Ganzen bereute er, was er und seine Freunde zuvor über Gott dachten und in den Kapiteln 1 bis 40 sagten. Zuerst gestand er ein, dass seine frühere Meinungen über Gott, wie oben zitiert, falsch waren. Er erkannte, dass dieser Gott „zu wunderbar“ für seine ursprüngliche Theologie war, um ihn richtig zu verstehen. Dann fasst er seine Sünde wie folgt zusammen: „Ich hatte von dir mit den Ohren GEHÖRT; aber NUN hat dich mein Auge GESEHEN. Darum spreche ich mich schuldig und verabscheue mich in Staub und Asche.“ Hiob 42,5-6. DANN betete er für seine drei Freunde, die in den vorhergehenden 40 Kapiteln nicht vom Herrn sprachen, „was recht ist“. Hiob 42,7-10. „Und der HERR wendete die Gefangenschaft Hiobs…“

 

Ihr Lieben, seht ihr? Die ersten 40 Kapitel Hiobs als verlässliche Theologie über Gottes Natur und das Problem des Bösen auf jeder Ebene aufzugreifen ist absurd. Der Sinn von Hiob ist das Menschen in ihrem natürlichen Verständnis KEINE VORSTELLUNG von dem Wirken Gottes, Satans, und des Guten und Bösen haben. Die Botschaft von Hiob ist es, NICHT in Hiobs Fußstapfen zu treten, zumindest nicht bis Kapitel 40.

 

Hiob hatte im ganzen Buch eine aufrichtige Wertschätzung und Ehrfurcht vor Gott. (Hiob 1,1.8.22; 2,3). ABER er hatte keine Ahnung von dem makellosen Charakter des Herrn UND Satans Rolle als Zerstörer. Er hatte Gott auf der Grundlage dessen, was er hatte, aufrichtig geglaubt und war dem gehorsam, was er gehört hatte oder mit anderen Worten, worin er unterwiesen worden war, ABER erst am Ende des Buches hat er tatsächlich das wahre Wesen des Herrn gesehen, wahrgenommen und erlebt.

 

Was war die neu entdeckte Essenz Gottes, die am Ende von Hiob offenbart wurde? Was hatte Hiob wahrgenommen, das ihn dazu veranlasste, sich von seiner zuvor schlechten Theologie über die Natur Gottes und dem Problem des Bösen abzukehren? Was brachte ihn auf die Knie? Es ist simpel. Er ERFUHR die Gegenwart Gottes, vielleicht zum ersten Mal in seinem Leben. Er hatte „von“ Gott von anderen gehört, hatte aufrichtig „geglaubt“, was er hörte, und hatte sogar pflichtbewusst „für Gott“ geopfert und „zu“ Gott gebetet. Aber Hiob war niemals „MIT“ Gott in seiner unmittelbaren und innigen Gegenwart gewesen.

 

In der letzten Szene des Buches hat Hiob die reichliche Gegenwart und Liebe Gottes als die eines Helden ERFAHREN, seinem Helden, der Hiob nicht in seine Gefangenschaft brachte, sondern Hiobs Gefängnis in Segen verwandelte. Hiob sah Gott als den Liebhaber und Befreier seiner Seele. Jakobus 5,11 weist uns an, uns auf Hiobs Ende und nicht auf seinen Anfang zu konzentrieren. Hiob wird am Ende als reumütig und reichlich wiederhergestellt beschrieben, in dem, was, was er zuvor verloren hatte. Wenn wir uns auf Hiobs Anfang konzentrieren, der sein Leiden und seine „edlen Aussagen“ von „ertragen“ unter Gottes „fester Hand“ beschreibt, werden wir den größten aller Fehler machen. Wir werden die Menschen verherrlichen und nicht Gott. Gott wird niemals darin verherrlicht, Katastrophen, Tod und Zerstörung über Menschen zu senden, wie es der Beginn von Hiob beschreibt. Menschen, nicht Gott, sind die einzigen, die verherrlicht werden, wenn solche Aussagen gemacht werden, wie Hiob in den folgenden Abschnitten ausdrückt:

 

„Und Hiob sprach: Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen, und nackt soll ich dahin zurückkehren. Der Herr hat gegeben, und der Herr hat genommen; gepriesen sei der Name des Herrn.“ Hiob 1,21

 

„Was? Sollen wir Gutes von der Hand Gottes empfangen, und sollen wir nicht auch Böses empfangen?“ Hiob 2,10

 

"Deine Hände haben mich bereitet und gemacht alles, was ich um und um bin; und du wolltest mich verderben. "Hiob 10,8

 

„Und wenn ich es aufrichte, so jagst du mich wie ein Löwe und handelst wiederum wunderbar an mir.“ Hiob 10,16

 

„Ist denn mein Leben nicht kurz? So höre er auf und lasse ab von mir, dass ich ein wenig erquickt werde.“ Hiob 10,20

 

„Du bist grausam gegen mich geworden. Mit deiner starken Hand stellst du dich mir entgegen.“

Hiob 31,21

 

„Aber ich hätte mich vor Gottes Strafe gefürchtet…“ Hiob 31,23

 

„Doch jetzt hat er mich erschöpft. Du hast all meinen Hausstand verwüstet und hast mich zusammenschrumpfen lassen; zum Zeugen ist das geworden, und meine Magerkeit antwortet gegen mich. Sein Zorn hat mich zerrissen und verfolgt; er knirscht mit den Zähnen über mich, mein Feind blickt mich mit scharfem Auge an.“ Hiob 16,7-9

 

„Er hat mich in den Kot geworfen, und ich bin wie Staub und Asche geworden.“ Hiob 30,19

 

Ich könnte mit Hiobs falschen Aussagen über Gott fortfahren, ganz zu schweigen von denen, die von seinen fehlgeleiteten Freunden ausgesprochen wurden, aber ich denke, die obigen Zitate bieten eine gute Auswahl. Der Irrtum ist derselbe - Gott ist der Überbringer des Leidens, der Überbringer des Bösen, der Überbringer von Katastrophen. Dem wird von der neutestamentlichen Theologie, insbesondere von Jakobus, völlig widersprochen, so in Kapitel 1,13-18, welches besagt, dass Gott kein „Übel“ benutzt, um Menschen zu „verführen“ und um „niemanden sagen zu lassen“, dass er solches tut. Das griechische Wort in dieser Passage für „Versuchung“ ist „Periazo“ und bedeutet „prüfen,locken, disziplinieren, beweisen, versuchen, ausprobieren, provozieren oder testen.“ (Strong's # 3985).

 

So wie Gott den Menschen nicht mit dem Bösen prüft, den Menschen mit dem Bösen anlockt, den Menschen mit dem Bösen diszipliniert, den Menschen mit dem Bösen überprüft, den Menschen mit dem Bösen versucht, wird er den Menschen nicht mit dem Bösen herausfordern. Und niemand soll sagen, dass Gott dies TUT, AUCH NICHT Hiob oder der Autor des nach ihm benannten Buches. Dieser Text in Jakobus macht Hiobs „wortwörtliche“ Lesart UNMÖGLICH, wenn es darum geht zu behaupten, dass Gott „scheinbar“ das BÖSE benutzt, weil er Hiobs Glauben auf irgendeine Art „prüft“ und „versucht“, im Sinne einer willkürlichen und perversen kosmischen Wette mit dem Satan, in der Gott Satan angeblich zugesteht: „Du aber hast mich bewogen, dass ich ihn ohne Ursache verderbt habe.“ Hiob 2,3.

 

Satan BEWEGT GOTT, MENSCHEN OHNE URSACHE ZU VERNICHTEN? Auf keinen Fall! Niemals! Das ist blasphemisch. Was auch immer Hiob bedeutet, das kann es nicht bedeuten. Hiob kann dem Text in Jakobus 1,13-18 keine Gewalt antun. Er kann Jesus nicht verletzen. Jesus ist Trumpf, Jesus steht über Hiob. Die Inspiration des neuen Bundes zwingt uns, Hiob neu zu lesen und seine ursprüngliche und wörtliche Bedeutung zu erneuern WENN es nicht der Natur und dem Charakter Gottes entspricht, die in Jesus Christus offenbart wurden. Ich gebe dir gegenüber sogar zu, dass diese oben zitierten Stellen von Herzen kommen, sowohl Hiob als auch seine Freunde fühlten sich aufrichtig, ABER sie irrten sich aufrichtig. Lass’ mich eine moderne Parallele ziehen. Es gibt eine bekannte christliche Autorin, die seit einem Tauchunfall als Teenager gelähmt war. Sie wird nie müde, den Unfall als aus der Hand Gottes stammend zu bezeichnen, um sie davon abzuhalten, einen sexuell promiskuitiven Lebensstil zu führen. WAS? Gott hat sie als Teenager verkrüppelt, um sie davon abzuhalten, sexuell zu sündigen? Das ist empörend! Hat Jesus jemals einen Körper gesegnet oder beschützt, indem er ihn zuerst geplagt oder mit Lepra verkrüppelt hat?

NEIN! Gibt es für Gott nicht andere Möglichkeiten, Keuschheit in einem Teenager zu bewirken als ihr das Rückgrat zu brechen? Welches Bild malt das von der Güte Gottes? Sie sieht aus wie ein heiliges Opfer, während Gott wie ein unerkennbares Monster aussieht. Sie bittet die Leute sogar, nicht für ihre Heilung zu beten, sondern darum zu beten, dass sie Gott darin besser kennenlernt. Das klingt edel und ich bin sicher, sie ist von Herzen überzeugt von ihrem Glauben, genau wie Hiob, ABER nochmals: Wem wird hier die Ehre gegeben?

 

Ich höre, dass so viele Calvinisten diese Frau als modernen Hiob bezeichnen, der ein Held in Sachen Glauben und Theologie ist. Gott bleibt jedoch zurück, seine Taschen gefüllt mit Grausamkeit und Bösem. Deshalb gedeiht der Atheismus. Wer kann jemanden lieben, der Kinder verkrüppelt? Mein Herz schmerzt für sie und für die, die ihr folgen. So gut sie es auch meinen mögen, sie sind die Blinden, die die Blinden in eine treulose Grube führen. Immer wieder predigt diese fehlgeleitete Frau aus dem Buch Hiob, immer und immer und immer wieder. Das Publikum weint und weint und weint. Und Glaube wird geschwächt und geschwächt und geschwächt.

Folge einmal den Pastoren und Lehrern, die die Theologie dieser Frau verherrlichen und teilen, und du wirst erkennen, wen du meiden solltest, wenn du die Macht Gottes suchst, welche die Gefangenschaft wendet. Segne sie, aber lehne ihre Lehren ab. Sie jedoch brauchen eine ERFAHRUNG von Gottes Gegenwart, Macht und Güte, genau wie Hiob, die sie zur Buße führen wird. Dann werden sie ihre Hände über den Mund legen müssen und aufhören, Unsinn zu reden. Dann wird Gott IHRE Gefangenschaft wenden und alles wird gut.

 

SCHLÜSSEL NUMMER ZWEI: HIOB HATTE KEINE AHNUNG VON DER EXISTENZ SATANS

 

Der Mensch Hiob hat Satan nie erwähnt. Er war sich der Rolle des Satans in der Ermordung seiner Kinder völlig unbewusst, dem Mord an seinen Dienern, der Tötung seiner Herden, der Zerstörung seines Vermögens und der Beeinträchtigung seiner Gesundheit. Hiob schrieb all diese direkten Gewaltakte und Unterdrückungen nur der Hand des Herrn zu. Hiob hat das Wort Satan oder Teufel im gesamten Buch Hiob NIE ausgesprochen.

 

Wir kennen jetzt den Grund. Die Heiligen des Alten Testaments hatten eine trübe und verzerrte Sicht auf Satan.

Die Heiligen des Alten Testaments, die sogar wussten, dass es Satan gibt, glaubten daran, dass der Teufel ein dienender Engel Gottes war, der eine unangenehme, aber notwendige Aufgabe für den Herrn ausübte. Diese Aufgabe bestand im Wesentlichen darin, alle zu prüfen, zu versuchen, zu beurteilen, zu bestrafen und schließlich Menschen zu töten.

 

Satan wurde von den alttestamentlichen Gläubigen NICHT als Feind Gottes oder als rebellischer Anführer gesehen, der sich auf JEDER Ebene dem Königreich des Himmels widersetzt. Eher ward er wahrgenommen als ein erzwingender Engel, der seine Rolle vor den Gerichten des Herrn erfüllt. Er war den Juden durch die verschiedenen alttestamentlichen Passagen wie der Todesengel, der Zerstörer, der Versucher und sogar gelegentlich als der Engel des Herrn bekannt, DOCH er handelte immer auf ausdrückliches Gebot Gottes.

 

Kurz gesagt, die alttestamentliche Theologie sah Satan nicht als BÖSE an. Jesu Antwort darauf? NEIN! FALSCH! UNWAHR! GEFÄHRLICH! SATAN IST DAS PURE BÖSE - DER VATER

DER LÜGEN, EIN MÖRDER VON ANFANG AN, DER VERKLÄGER DER BRÜDER, DER GROSSE DRACHE, DIE SCHLANGE, DER GOTT DIESER WELT, DEIN WIDERSACHER, EIN BRÜLLENDER LÖWE, DER DICH ZU VERDERBEN SUCHT, DER EINE BÖSE, DER DIEB, DER FÜRST, DER DIE MACHT ÜBER DIE LUFT HAT.

 

Jesus kam, um sowohl das Reich des Lichts seines Vaters als auch das Reich des Satans zu offenbaren, die Dunkelheit. Tatsächlich kam Jesus, um die Werke des Teufels ZU ZERSTÖREN, NICHT um sie zu billigen. 1. Johannes 3,8. Jesus und das Neue Testament offenbaren, dass es eine kosmische Rebellion gibt und dass die Erde ein Schlachtfeld ist, auf dem wir Soldaten sind, die ständig geistliche Unterstützung brauchen, Rüstung und Waffen der Gerechtigkeit in unserer rechten und in unserer linken Hand.

 

Also, wo stand Hiob? Nun, er hatte keine Ahnung, dass Satan der Feind seiner Seele war. Dies ließ ihn uninformiert, unvorbereitet und unbewaffnet zurück. Hiob widerstand niemals dem Satan, hat Satan kein einziges Mal zurecht gewiesen und niemals „die volle Rüstung Gottes“ angezogen, DASS er „in der Lage wäre, im bösen Tag standzuhalten und alles getan zu haben, um zu stehen.“ Epheser 6,13. Hiob war völlig ahnungslos in Bezug auf die Notwendigkeit einer geistlichen Kriegsführung. Er hat nicht einmal gewusst, dass er einen Feind hatte. Er dachte, alles käme direkt von Gott, Gutes und Böses. In dieser Unwissenheit wusste Hiob nicht einmal, dass Gott ihn mit einem Schutz umgeben hatte, einer „Einfriedung“, die Satan nicht durchdringen konnte. Hiob 1,10. Sobald dieser Wall erniedrigt und bezwungen war, war Hiob wirklich hilflos und hoffnungslos, weil sein verborgener Feind ihn aus jedem Winkel angriff, ein Feind, über den er völlig unwissend war. Ich bin mir sicher, dass wir uns alle einig sind, dass es nicht der WEG DES NEUEN TESTAMENT ist,  passiv dazusitzen, während offensichtliche satanische Angriffe unsere Kinder, Freunde, Finanzen und Gesundheit zerstören.

 

Der Weg des Neuen Testaments besteht darin, gegenüber diesem Satan zu stehen und zu kämpfen, wir sind gefordert „standhaft im Glauben zu widerstehen“ (1. Petrus 5,9). DOCH WIE sollte Hiob „widerstehen" und SATAN "zurechtweisen", wie Jesus es in Matthäus 17,18 tat, wenn er sich nicht einmal dessen bewusst war , dass Satan als Feind Gottes existierte? Und, was noch wichtiger ist, warum, warum sollten wir Hiob jemals als biblisches Vorbild anführen, wenn es darum geht, richtig auf persönliche Katastrophen zu reagieren? Jesus ist unser vorbildlicher Kämpfer, nicht Hiob. Jesus ist die „ganze Rüstung Gottes“- die lebendige Rüstung, die immer bereit ist, „ALLE feurigen Pfeile des Bösen auszulöschen“. Epheser 6,16

 

Was vermittelt uns das Buch Hiob nun GENAU über die Natur des Satans? Erstens bestätigt es, dass Satans Einflussbereich HIER ist, weil er auf der Erde „hin und her“ reist, „auf und ab geht.“ Hiob 1,7; 2,2. Das Neue Testament bestätigt dies, wenn es Satan „den Gott dieser Welt“ nennt, und „dass die ganze Welt in der Macht des Bösen liegt“ 2. Korinther 4,4; 1. Johannes 5,19 

 

Zweitens bestätigt das Buch Hiob, dass Satan Zerstörungen in der Erde durch den Einsatz von drei tödlichen Waffen bewirkt: 

 

MENSCHEN (Hiob 1,13-15, 17)

NATUR (Hiob 1,16, 18-19) 

und KRANKHEIT(2,7). 

 

Satan inspirierte zuerst gewalttätige Männer, die Sabeaner und Chaldäer, Hiobs Diener und Herden durch das Schwert zu ermorden. Satan manipulierte dann die Natur, „großen Wind“ und „Feuer" vom Himmel“ (Blitz), Hiobs Kinder sowie die übrigen Diener zu töten und auch seine Schafe. Satan infizierte Hiob schließlich von Kopf bis Fuß mit „Geschwüren“. Das Neue Testament bestätigt, dass Satan als „Fürst der Luftmacht“ die Natur beeinflussen kann und versucht, durch sie zu töten (Epheser 2,2; Matthäus 8,26). Satan benutzte auch Judas, Pharisäer und Volksmengen mit Steinen in den Händen, forderte sie heraus, um Jesus zu verschiedenen Anlässen zu töten. Schließlich vertrieb Jesus tausende dämonischer Geister der Gebrechlichkeit während seines irdischen Wirkens.

 

Drittens beschreibt das Buch Hiob zu Recht, dass Satan alle seine ZERSTÖRUNGEN nur "AUSSERHALB" der GEGENWART GOTTES ausführt. Hiob 1,12; 2,6-7. Bitte lies das Kapitel mit dem Titel Auf den Spuren der Gegenwart des Herrn für eine eingehendere Diskussion dieser Dynamik. Wo der Herr sichtbar bezeugt anwesend ist, kann Satan nicht zerstören oder sogar den „Wall“ des Schutzes des heiligen Geistes rund um die Gerechten durchdringen. Offensichtlich ist der Herr allgegenwärtig, was bedeutet, dass er unsichtbar anwesend ist überall zur gleichen Zeit. Aber Gott ist EINZIG SICHTBAR da, wo der Glaube Wirklichkeit ist, um Gottes verfügbare Allgegenwart zu verdeutlichen und den sichtbaren Beweis zu liefern.

 

In Markus 6 kehrte Jesus nach Nazareth zurück, um alle mächtigen Werke Gottes zu vollbringen. JEDOCH ihr Unglaube „löschte“ die Kraft Jesu aus, SICHTBAR ZU ERSCHEINEN und sich ÖFFENTLICH ZU MANIFESTIEREN, „und er konnte keine mächtigen Werke tun“. Gott war dort in der Person Jesu vollkommen gegenwärtig. Doch diese Gegenwart manifestierte die Kraft Gottes nicht öffentlich, damit alle sehen und der alle begegnen konnten. Und Jesus „staunte über ihren Unglauben.“

 

Der Punkt hier ist, dass Satan nur dort stiehlt, tötet oder zerstört, wo die manifestierte Gegenwart Jesu abgelehnt, vernachlässigt oder abgewählt wurde. Mit anderen Worten „ausgelöscht“. Hier wird die verbleibende ALLGEGENWART des Herrn fern gehalten, genau wie bei Jesus, als er, staunend über den Unglauben, der das Königreich des Himmels vom völligen Erscheinen HEUTE abhält und nicht von allen in der aktuellen Situation gesehen werden kann.

 

Überall auf der Welt wundert sich der heilige Geist über den kollektiven Unglauben, der ihn daran hindert, der Menschheit seine liebende Kraft und Gegenwart voll und ganz zu demonstrieren und zu beweisen. Wenn Petrus sagt, wir können „den Tag des Herrn beschleunigen“, erkennt er an, dass unser Glaube den Willen Gottes, der  bereits im Himmel sichtbar ist, befähigen kann, sich schneller auf der Erde zu beweisen.

 

Viertens liegt das Buch Hiob insofern richtig damit, dass Satan uns vor den himmlischen Gerichten beschuldigt. Hiob 1,10-11; 2,4-5. Das Neue Testament bestätigt dies in Offenbarung 12,10, wo Satan

als „Ankläger unserer Brüder, der sie Tag und Nacht vor unserem Gott beschuldigt“ bezeichnet wird, der „niedergeworfen“ werden soll“. Es schafft den Eindruck eines Gerichtssaals, aber Hiob lässt einen sehr wichtigen Teilnehmer aus - Jesus.

 

„Und wenn jemand sündigt, haben wir einen Anwalt beim Vater, Jesus Christus der Gerechte.“(1. Johannes 2,1), das heißt, wir haben alle einen VERTEIDIGER, einen Champion, einen Verfechter, einen Helden, der uns Schutz bietet in den himmlischen Gerichten. Jesus hat dies Petrus gezeigt, als er zu ihm sagte: „Satan hat dich haben wollen, damit er dich wie Weizen aussiebt. Aber ich betete für dich, dass dein Glaube nicht versagt …“ (Lukas 22,31-32). Siehst du? Jesus „lebt, um für uns zu beten“ und „uns zu beschützen, damit unser Glaube nicht versagt.“ Wenn wir beflissen auf unsere „so große Erlösung“ achten, werden wir die göttliche Stärkung von Jesus erhalten. Aber, „wenn wir unsere so große Erlösung vernachlässigen“, wie sollen wir den Angriffen Satans entkommen? Hebräer 2,3 Ziemlich deutlich, nicht wahr?

 

Was also fehlte dem Buch Hiob in der Beschreibung des himmlischen Gerichtssaals in den Szenen der ersten beiden Kapitel?

Im Wesentlichen war es der fehlende Schutz der Gegenwart Jesu, der immer zur Rechten des Vaters ist, immer mit dem Bestreben, uns mit seiner göttlichen Gegenwart „einzufrieden“ wie mit einem Zaun. Hiob hatte diese Art „Zaun" aber nicht. Erkennst, dass es die "lebendige Einfriedung" Jesu war, die ihn mit göttlicher Gunst beschützen und umgeben wollte? Satan unser Ankläger gegen Jesus unseren Anwalt. Das Buch Hiob vermittelt diese Dynamik nicht richtig.

 

Außerdem hat das Buch Hiob, wenn es „buchstäblich“ gelesen wird, den falschen Ton der Interaktionen zwischen Gott und Satan. Dies liegt daran, dass ALLE Autoren des Alten Testaments, einschließlich dem Buch Hiobs, Satan nicht als feindlichen Teufel sondern als dienenden Engel sahen. Glaubt jemand wirklich, dass Gott sich einfach so überlegt hat Hiobs Schutzwall tiefer zu legen, damit er eine Freundschaftswette mit Satan gewinnen kann? Glaubt jemand wirklich, dass der tote „Buchstabe" von Hiob 2,3 genau und treffend ist, wenn er sagt, dass Satan Gott gegen Hiob „bewegt“ hat, „um ihn OHNE Ursache zu vernichten …“? 

Ist es außerdem ähnlich denkbar, dass Gott jemals zu Satan sagen würde: „Alles, was Hiob hat, liegt in deiner Macht.“ In Hiob 1,12 heißt es: „Siehe, Hiob ist in deiner Hand“, wie es auch in Hiob 2,6 wiederholt angeführt wird. Bestimmt nicht. Die ersten beiden Kapitel von Hiob lassen ZU sehr den Eindruck von Übereinkunft und Zusammenarbeit zwischen Gott und Satan entstehen. Das Neue Testament gibt dem Satan niemals den Platz oder die Macht, Gott zu „bewegen“, um „das Leben der Menschen“ „grundlos“ „zu zerstören“. Jesus weiß das besser und wir auch.

 

Tief Luftholen. Ehrlich, kann sich dein Herz ein solch willkürliches Verhalten Jesu vorstellen? Jesus würde uns niemals dem Satan übergeben, um auch nur eine einzige abartige kosmische Wette zu gewinnen. NIE! Ist das die neutestamentliche Liebe wie in 1. Korinther 13 beschrieben? Sicherlich mögen wir uns durch unsere Vernachlässigung oder unseren Unglauben der Macht Satans überlassen,

was dann den schützende Wall Jesu teilweise „auslöschen“ würde. Dann würde Satan versuchen, das Vakuum mit seinen Zerstörungen zu füllen. Aber in dem Moment, in dem wir anfangen zu bereuen und im Glauben zurückkehren, erfährt dieser Schutz Reparatur, Erneuerung und Wiederherstellung.

 

Und was sind die Vorteile dieses Schutzes? Lasst uns hören, was Satan zu Gott über die  „Einfriedung“ sagt, weil dies das einzig absolut Wahre ist, was Satan jemals über den „Schutzwall“ in den Schriftstellen gesagt hat. „Hast du doch ihn, sein Haus und alles, was er hat, umgeben und verwahrt. Du hast das Werk seiner Hände gesegnet, und sein Gut hat sich ausgebreitet im Lande.“ Hiob 1,10. Wieder ist dieser Wall Jesus. So ist nun die Frage, was an Hiobs Handeln dazu geführt hat, dass Satan den Schutz durchbrechen und eindringen kann? Das ist unser nächster Schlüssel.

 

SCHLÜSSEL NUMMER DREI: HIOB HATTE KEINE AHNUNG VON DEN AUSWIRKUNGEN SEINER EIGENEN ANGST

 

Der Autor von Hiob hatte kein neutestamentliches Verständnis, um den wirklichen Grund zu  erkennen, warum Hiobs schützender „Zaun“ eingefallen ist. Also schrieb er es stattdessen einfach dem geheimnisvollen Willen Gottes zu, der von Satan „bewegt“ wurde, Hiob „ohne Grund“ zu „zerstören“. 

Es gab eine Sache, die Satan Zugang gewährte, aber es war nicht Gott. Es war die gleiche Sache die Satan immer befähigt hat, seine Zerstörungen in dieser gefallenen Welt auszurichten. Diese Ursache ist die Mutter aller satanischen Macht. Was das ist? ANGST!

 

Es gibt einen Grund, warum Jesus zu Jairus in Lukas 8,50 sagte: „Fürchte dich nicht, glaube nur.“ Angst gibt Satan den Zugang zum Stehlen, Töten und Zerstören. Hebräer 2,14-15 legt nahe, dass Satan die Menschheit „ihr ganzes Leben lang der Knechtschaft unterworfen hält“ durch „Angst vor dem Tod“. Der berühmte William James sagte einst: „Todesangst ist der Wurm im Zentrum des Kerns jeder Angst.“

„Gott hat uns nicht den Geist der FURCHT gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und einen gesunden Geist.“ 2. Timotheus 1,7. Jesaja sagt uns: „Du wirst weit entfernt von Unterdrückung sein, denn du sollst NICHT fürchten.“ (54,14). Paulus sagt uns, wir haben „den Geist der Adoption, der Kindschaft erhalten, wodurch wir rufen: Abba, Vater“ und haben dabei „NICHT WIEDERUM den Geist der Knechtschaft erhalten, welcher FURCHT ist.“ Römer 8,14-15. Jesus kam, um uns VON der Angst ZUM Glauben zu erretten.

 

Das Vorhandensein von „Angst“ im menschlichen Herzen lädt zu satanischen Angriffen ein und entfacht sie. Das Neue Testament macht deutlich, dass WIR diejenigen sind, die dem Satan Zugang gewähren. Epheser 4,27; Johannes 14,30; 1. Petrus 5,8-9; Epheser 6,16. Angst ist der primäre Zugang. Sie wirkt sich im Einzelnen, wie auch auf gemeinschaftlicher Ebene aus. Manchmal verschafft unsere Angst dem Satan Zugang, uns individuell zu belasten. In anderen Fällen gibt unsere Angst dem Satan den Zugang, andere in der Nähe zu bedrängen. Genau wie Zigarettenrauch aus erster Hand töten kann, kann passives Rauchen aus zweiter Hand alle in der Nähe umbringen, die den Rauch versehentlich einatmen. So verhält es sich auch mit der Angst. Sie korrumpiert nicht nur uns, sondern auch die anderen um uns herum. Woher wissen wir, dass Hiob große Angst hatte? Zwei Hauptgründe. Erstens gab er es zu:

„Denn was ich fürchte, ist über mich gekommen. Und was ich fürchte, trifft mich. Ich bin nicht bei

Leichtigkeit, noch bin ich leise, und ich bin nicht in Ruhe, denn es kommt Aufruhr.“ Hiob 3,25-26 Dies ist vielleicht die genaueste Beschreibung von Angst im allgemeinen, die jemals gegeben wurde. Keine Pause. Keine Sicherheit. Turbulenzen pur. Besessenes Sorgen. Ausgesprochene Angst vor Worst-Case-Szenarien. Und? Was ist passiert? WAS er fürchtete, traf ihn mit voller Wucht.

 

Der zweite Beweis dafür, dass Hiob große Angstprobleme hatte, betraf seine Besorgnis um seine Kinder. Hiob 1,4-5 malt ein verstörendes Bild. Hiob war in Bezug auf die Beziehungen seiner Kinder zu Gott so unsicher, dass er tatsächlich fürchtete: „Meine Söhne KÖNNTEN gesündigt und Gott abgesagt haben in ihrem Herzen. Also tat Hiob ALLEZEIT.“

Was für ein schrecklicher Gedanke, mit dem man STÄNDIG zu kämpfen hat. Hiob war besessen von der Befürchtung, dass seine Kinder Gott heimlich verfluchten. Kein Wunder, dass Hiob keine Ruhe hatte, keinen inneren Frieden, keine Sicherheit. Hiob brachte für seine erwachsenen Kindern täglich und beständig Opfer, wegen seiner Angst, nicht wegen seines Glaubens an Gott. Und was passierte? Was Hiob am meisten befürchtete, kam über ihn - seine Kinder wurden ebenso getötet wie seine Diener und Herden. Seine Finanzen wurden geplündert und seine Gesundheit zerbrochen. Angst zieht Unterdrückung nach sich, wie Honig Fliegen zieht.

 

Die obigen Passagen zeigen, dass Hiobs Angst die Tür für alle satanischen Angriffe öffnete. Angst minderte den „Jesus Zaun“. Satan griff an. Satan zerstört. Hiob bekam zunächst schlechten Rat. Später wurde Hiob von Elihu gut beraten. Hiob erlebte dann die Gegenwart von Gott. Hiob bereute schnell, betete für seine irrenden Freunde, danach war er vollständig wiederhergestellt. In der Tat doppelt hergestellt.

 

Zu Beginn des Buches hatte Hiob keine Ahnung, dass Satan ein Feind Gottes war ODER dass Satan sich von der Angst der Menschen nährt ODER, dass er selbst tiefgreifende „Hochburgen der Angst“ mit sich trug, die Satan ermächtigten. Kein Wunder, dass Hiob im Grunde genommen die ersten 40 Kapitel des Buches hilflos und hoffnungslos war. Das Neue Testament gibt viele Anweisungen zur Angst, Glaube und Widerstand gegen das Böse, indem sie Satan zurechtweisen. Traurigerweise wusste Hiob nichts von diesen Weisheiten des Neuen Bundes. Und es kostete ihn viel, Gott sei Dank jedoch nur für eine gewisse Zeit. Das Buch Hiob erklärt, warum wir Jesus brauchten, um uns einen besseren Weg der Überwindung der bösen Mächte zu zeigen. “Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht in der Liebe vollkommen gemacht.“ (1. Johannes 4,18). Jesus wurde in der Liebe vollkommen gemacht, weil er keine Angst hatte. Im Gegensatz dazu quälte Hiob vor allem die Angst um seine Kinder, er erlaubte der vollkommenen Liebe nicht, SEINE Angst auszutreiben. Jesus ist größer als Hiob.

 

SCHLÜSSEL NUMMER VIER: MIT AUSNAHME VON ELIHU HATTEN HIOBS FREUNDE KEINE AHNUNG

 

Erstaunlicherweise wird nur EINE Person im ganzen Buch Hiob als wahrhafter Prophet über die Natur Gottes geschildert. Es ist nicht Hiob, der fälschlicherweise sagte: „Siehe, GOTT wird mich töten; ich habe keine Hoffnung: Trotzdem werde ich meine Wege vor Ihm aufrechterhalten.“ Hiob 13,15. Es ist nicht Hiobs Frau, die grausam zu ihrem Ehemann sagte: „Fluche Gott und sterbe.“ Hiob 2,9. Es sind nicht Hiobs drei Freunde, die „NICHT das Richtige sagten“ über den Herrn. Hiob 42,7-9.

 

Nein, die einzige Person, die in den ersten 40 Kapiteln tatsächlich rechtschaffen sprach, war Elihu. Er war der jüngste von allen, der redete. Er sprach als Letzter. Er war der einzige Sprecher, den Gott nie als falsch zurechtwies. In der Tat, seine große Rede in den Kapiteln 32-37 waren Vorhersehungen und führten in die Gegenwart des Herrn in Kapitel 38 hinein. Das ist es, was prophetische Äußerungen bewirken sollten, die Zuhörer mit der sichtbaren  Gegenwart Gottes verbinden.

 

Bevor wir uns den Kern dessen ansehen, was Elihu sagte, fassen wir kurz den Irrtum des „Fazit“ von Hiob und seinen drei Freunden - Eliphas, Bildad und Zophar zusammen. Es ist wirklich sehr einfach. Hiobs drei Freunde glaubten alle, dass Hiob die Leiden, die Gott sandte, aus verschiedenen theologischen Gründen VERDIENTE. Gott, so sagten sie, hatte das Recht, Hiob zu unterdrücken, entweder wegen Hiobs offener oder seiner verborgenen Sünden. Sie glaubten, Gott hätte seinen Zorn nicht gesandt, wenn dieser nicht auch aus einem bestimmten Grad verdient war. Die Tatsache, dass Gott dies alles sandte, bedeutete, dass Hiob es verdiente, egal wie rechtschaffen Hiobs Leben an der Oberfläche zu sein schien.

 

Im Gegensatz dazu war Hiobs Hauptargument, dass er die Zerstörungen, die kamen, nicht verdient hatte. Er hielt sich für rechtschaffen und empfand die Anfechtungen dieser Zeit für unrechtmäßig. Die meisten Gelehrten glauben, dass sich das ganze Geschehen im Buch Hiob über neun Monate hinweg zugetragen hat.

 

Das Fazit von Hiobs drei Freunden war also, dass Hiob sein Leiden verdient hatte. Das Fazit von Hiob war, dass er sein Leid nicht verdient hatte. Das Endergebnis von Elihu war jedoch dieses hier: „Der Allmächtige ist außerhalb unseres Verständnisses und in seiner Macht erhaben, und in seiner Gerechtigkeit und großem Recht UNTERDRÜCKT ER NICHT.“ Hiob 37,23 (KJV). Siehst du? Hiob und seine drei Freunde konzentrierten sich darauf, ob der Mensch das Leiden, das im Leben aufkommt, verdient oder nicht.

 

Elihu konzentrierte sich jedoch ausschließlich auf das GUTSEIN Gottes. Nicht alles, was Elihu sagte, ist perfekte neutestamentliche Theologie, aber er konzentrierte sich weitgehend auf den einen entscheidenden Punkt - Gott ist gut, Gott ist mächtig, Gott ist barmherzig und Gott ist gerecht. Elihu bemerkte zärtlich: „Doch keiner spricht: Wo ist Gott, mein Schöpfer, der des nachts Lieder gibt?“ Alle waren so beschäftigt, sich zu beschweren oder Hiobs Leben zu durchforsten, dass sich niemand tatsächlich auf die Suche nach der guten Gegenwart des Herrn begab, um alles in Ordnung zu bringen. Seine Theologie war einfach, GOTT VERSUCHT NICHT!

 

Dasselbe Vorgehen erscheint in Johannes, Kapitel 9, in Bezug auf den Blindgeborenen. Der Menschenmenge ging es darum, die Schuld für das Leiden des armen Mannes zu adressieren, zuzuweisen. Sie wollten Jesus in ihre Diskussion verwickeln, ihn dahin bringen, die Schuld für die Blindheit des Mannes ENTWEDER diesem Mann selbst zuzuweisen oder seinen Eltern. Jesus lehnte ab. Stattdessen lenkte er das Anliegen zu Gott. Seine Antwort war im Grunde: „Niemand von ihnen ist dafür verantwortlich, lasst doch die Herrlichkeit Gottes offenbart werden!“ Elihu tat genau dasselbe. Wie anders verliefe unser Leben, wenn wir dasselbe tun würden.

 

Wenn wir anfingen, Gott Kraft zuzuschreiben, erscheint er und befreit uns von allem Bösen. Aber wenn wir dem bösen Leiden oder den Leiden der Welt oder dem, was wir verdient haben oder nicht, Aufmerksamkeit schenken, werden wir hiob-artig statt jesus-artig. Versteht mich nicht falsch, Hiob war gerecht, weit mehr am Ende des Buches als am Anfang, aber sogar am Anfangs hatte er einige bewundernswerte Eigenschaften. Hiob war ein gerechter Mann, der aufrichtig  in seinen Überzeugungen war, aber leider aufrichtig falsch. Trotzdem lobt Jakobus in Kapitel 5,11 Hiobs „Ausdauer“, so dass im Licht von Hiobs 40 Kapiteln der „schlechten Theologie“ die Frage auftaucht: Was hat Hiob in diesen 40 Kapitel „richtig gemacht“, um ein Lob für seine „Ausdauer“ zu erhalten?

 

Zu seinem großen Verdienst hat Hiob nicht „mit seinen Lippen gesündigt“ oder „Gott Torheit zugeschrieben“, Gott als bösartig verflucht, obwohl seine Frau wollte, dass er genau das tut. Hiob 1,22; 2,9-10. Hätte Hiob gesagt: „Gott ist böse“ oder „Ich verfluche Gott für seine Dummheit“ oder „Gott ist ein Dummkopf“, dann hätte Hiob mit seinen Lippen gesündigt. Hiob blieb diesem Konzept treu: Gott weiß es am besten.

Hiob „ertrug“ große Leiden, ohne Gott zu verfluchen. Das zumindest ermöglichte ihm die Offenheit für Buße und Wiederherstellung, als es sich anbot. Hätte er Gott verflucht oder verworfen, dann hätte Satan sein Leben und seinen Glauben vielleicht völlig zerstören können. Hiob hielt fest, bis Gott ihn retten und segnen konnte.

 

Hiob fehlte jedoch das Wissen über Satan und das Problem des Bösen. Dies erzeugte in ihm einen

großen blinden Fleck in seiner Sicht, den Satan ausnutzte. Und ausnutzte. Und ausnutzte. Hiob hatte keine Antworten für seinen Schmerz, außer der, dass Gott ihn gesandt hat. Dies führte dazu, dass sich Hiob selbst rechtfertigte, statt Gott zu vergrößern und ihn zu verherrlichen. Hiob 32,1-3; 40,1-2, 6-8. Dies führte ihn tiefer und tiefer in seine große Traurigkeit. Aber als Elihu vorschlug, dass GOTT NICHT VERSUCHT, drang der Schimmer eines neuen geistlichen Tages in Hiobs Herz. Ihn erreichte die Gegenwart eines guten Gottes und die Zerstörungen eines bösen Engels verliess ihn.

 

Ein letzter Punkt an dieser Stelle. Viele glauben, Hiob sei „vollkommen und aufrichtig“ gewesen, weil Gott dies so zu sagen scheint in Hiob 1,8 und 2,3. Die Bibel sagt jedoch, dass alle gesündigt und weit 

von „Vollkommenheit“ entfernt sind, und dass keiner in seiner eigenen Gerechtigkeit „aufrichtig“ ist - keiner, das heißt, niemand, außer Jesus.

 

Für Hiob gilt, wie auch für alle anderen, die dazu ausersehen sind, in das Bild von Gottes liebem Sohn zu passen, dass der Vater uns als „vollkommen und aufrichtig“ sieht, weil er das Ende bereits vom Anfang her kennt. Das Lamm, das schon vor der Gründung der Welt getötet wurde, deckt alle verbliebenen und zukünftigen Heiligen mit dem Blut seiner Gnade. Der Vater sieht alle, die berufen sind und auserwählt, ob sie alttestamentliche oder neutestamentliche Heilige sind, nur und immer durch die Gerechtigkeit seines Sohnes Jesus. KEINER ist „vollkommen und gerecht“ außer denen, die mit seiner Gerechtigkeit bedeckt sind. Nur Jesus war jederzeit „vollkommen und gerecht“.

 

Der Vater sieht alle Heiligen durch SEINE VOLLKOMMENHEIT UND AUFRICHTIGKEIT. Diese

Abschnitte zeigen lediglich, dass Gott der Vater alle Heiligen prophetisch als „vollkommen und gerecht“ betrachtet, weil alle Auserwählten bereits mit Christus an himmlischen Orten gesetzt wurden. Epheser 2,6.

 

ZUSAMMENFASSUNG: GOTT VERSUCHT NICHT

 

Die Sicht durch das HIOB-STROBOSKOP (στρόβιλος stróbilos, deutsch ‚Wirbel‘ und σκοπεῖν skopeĩn,-betrachten, beobachten‘) ist vorbei. Unsere Augen sind jetzt für das immerwährende Licht, gegenüber dem Handeln und Impuls der Güte Gottes geöffnet. „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab, von dem Vater der Lichter, bei welchem keine Veränderung ist, noch der Wechsel eines Schatten.“ Jakobus 1,17.

 

Kein kurzes Aufblitzen oder flackerndes unbeständiges Verständnis von seiner Güte. Kein Schulter- oder Achselzucken. Keine Angst mehr. Keine Hilflosigkeit. Nie mehr Gott für das Böse, Leiden oder Katastrophen beschuldigen. Satan ist IMMER der Mörder und Ankläger, nicht Jesus. Wir können Jesus vertrauen, uns niemals zu verletzen, uns immer mit Waffen der Gerechtigkeit in der linken und rechten Hand auszustatten.“ 2. Korinther 6,7.

 

Sei guten Mutes! Jesus hat die Welt überwunden, nicht Hiob! UNSER Vertrauen in DIESE Tatsache ist es, was uns erlaubt, unsere Welt zu überwinden. Jesus übertrumpft Hiob! Hiob hat nicht das letzte Wort, wenn es um das Problem des Leidens geht. Jesus hat es! Das letzte Wort und auch das erste, das Alpha und das Omega, den Anfang und das Ende! Er ist unser Held. Sei mutig und nimm’ dir zu Herzen, dass Jesus, genau so wie er bereitwillig war für Petrus zu beten, für uns betet, dass unser Glaube nicht versagt, wenn Satan uns absondern und aussieben möchte. Und genau das wird er nicht, er wird nicht versagen!

 

(God versus Evil, Richard Murray)

Kommentare: 0